Free Web Hosting Provider - Web Hosting - E-commerce - High Speed Internet - Free Web Page
Search the Web

Besetzung des Informations - und Dokumentationszentrums

der Deutschen Botschaft in Paris

 (Centre d’Information et de Documentation de l’ambassade d’Allemagne (CIDAL))

Heute, am 9 Juli 2001, wärend wir einhalbstunden haben wir das Informations- und Dokumentationszentrum der Deutschen Botschaft in Paris besetzt, in der rue Maribeau 24, im 16. Arrondissement, um gegen die übertriebene Medienhetze und die Lügen des Gerichts gegen Werner Braeuner zu protestieren. Werner Braeuner, 46 Jahre alt, arbeitsloser Ingenieur seit 8 Jahren, wird am 3., 7., 9. und 13 August 2001 vor dem Saal 104 des Justizpalastes in Verden (Niedersachsen) vor Gericht gestellt werden. Er ist angeklagt, am 6. Februar 2001 den 63 jährigen Verdener Arbeitsamtdirektor Klaus Herzberg getötet zu haben. Letzterer hatte ihm die Arbeitslosenhilfe gestrichen, Werner Braeuners einzige Einnahmequelle.

Vor etwa einem Jahr hat Werner Braeuner eine Weiterqualifizierungsmaßnahme begonnen. Nach fünf Monaten beschließt er, die Maßnahme abzubrechen, da er ungefähr die Hälfte der Zeit der Weiterqualifizierung mit Nichtstun verbringen muß. Enttäuscht über die niedrige Qualität der Ausbildung, informiert Werner Braeuner den Arbeitsamtdirektor Klaus Herzberg über seinen Entschluß mittels zweier Briefe, die er gleichfalls der Öffentlichkeit zugänglich macht. Obwohl Werner Braeuner ausführlich auf die Gründe seiner Entscheidung in den Briefen eingeht, streicht ihm Klauis Herzberg die Arbeitslosenhilfe. Anfang Februar 2001 erhält Werner Braeuner den amtlichen Bescheid, daß ihm die weitere Auszahlung der Arbeitslosenhilfe verwehrt wird. Werner Braeuner denkt über Selbstmord nach, beschließt jedoch letztlich am 6. Februar 2001 Klaus Herzberg vor seinem Haus aufzusuchen. Der Wortwechsel schlägt in eine körperliche Auseinandersetzung um, Werner Braeuner schlägt auf Klaus Herzberg mit einem am Tatort vorgefundenen Gegenstand ein, letzterer stirbt an den Folgen seiner Verletzungen. Erschrocken von den weitreichenden Folgen seines Handelns stellt sich Werner Braeuner sofort nach der Auseinandersetzung der Polizei und gesteht den Tathergang. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozeß.

Die Geschichte Werner Braeuners ist die Geschichte vieler Arbeitsloser. Die Machtinstanzen versuchen heute vielfach, den Arbeitslosen Scheinmaßnahmen zur Verringerung der Arbeitslosenstatistiken aufzuzwängen, die oftmals schlimmer als die Arbeitslosigkeit selbst sind: Berufsweiterbildungsmaßnahmen, die nichts mit dem gewünschten und angestrebten Berufswunsch des Arbeitslosen zu tun haben, schlecht-bezahlte Jobs, die nicht dazu ausreichen, menschenwürdig zu leben, lächerliche Weiterbildungen... Es ist diese Logik, die sich in Frankreich im Namen des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit vollzieht (in Wahrheit des Kampfes gegen die Arbeitslosen), mittels der massiven Umsetzung von Maßnahmen wie der des PARE, es ist die gleiche Logik, die sich in Deutschland vollzieht, wo die staatlichen Instanzen die Kontrolle und die Repression gegen Arbeitslose verschärfen.

Die deutschen Justizbehörden geben sich nicht damit zufrieden, Werner Braeuner wegen Totschlags anzuklagen. Sie klagen ihn an, Klaus Herzberg absichtlich getötet zu haben, was die zu erwartende Haftstrafe verdoppeln wird, sie fordern eine Verurteilung zu lebenslänglicher Haft. Diese Anklage von seiten des Staatsanwaltes, gestützt durch die Hetze der Medien, basiert auf einer Lüge. Wenn Werner Braeuner seine Tat geplant hätte, hätte er sie sicherlich auf eine andere Art und Weise durchgeführt! Werner Braeuner hat aus Hoffnungslosigkeit und aus Überlebenswillen gehandelt, er konnte seine Wut nicht im Zaume halten, aber ohne die Absicht gehabt zu haben, Klaus Herzberg töten zu wollen. Die Gründe seiner Wut sind nachvollziehbare Gründe!

Es ist der Kapitalismus, der kriminell ist !

 Solidarität mit Werner Braeuner !

 

Unkontrollierte Elemente