Free Web Hosting Provider - Web Hosting - E-commerce - High Speed Internet - Free Web Page
Search the Web

Die französische Polizei unterdrückt

 die Mobilisierung für Werner Braeuner

 Hausdurchsuchung und Verhaftung

 

Am Donnerstag den 23. August führte die Pariser Polizei einen abenteuerlichen Repressionseinsatz gegen die FreundInnen von Werner Braeuner durch, erst zehn Tage nach dessen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren durch das Gericht von Verden (Niedersachsen). Er war angeklagt, Klaus Herzberg, den Direktor des Arbeitsamtes, ermordet zu haben, nachdem dieser ihm die Arbeitslosenhilfe gestrichen hatte, Werner Braeuner’s einzige Einkommensquelle.

 

Am 9. Juli dieses Jahres besetzten etwa 15 Menschen das Gebäude der CIDAL (Informations- und Dokumentationszentrum der deutschen Botschaft), die sich in der Rue Marbeau 24 im 16. Arrondissement von Paris befindet,  für eineinhalb Stunden. Mit dieser Aktion wollten wir gegen die Medien- und Gerichtshetze gegen Werner Braeuner protestieren, und im Besonderen, gegen die lügenhafte Anklage von seiten des Staatsanwaltes in Verden, dass es sich um eine absichtliche und geplante Tat gehandelt haben soll.

 

Angesichts des Beginns der Mobilisierung haben die bundesdeutschen Behörden die französische Polizei eingeschaltet, die im Rahmen der Aktion unsere Ausweise kontrolliert hat. Im folgenden hat die deutsche Botschafte zwei Anzeigen erstattet : eine wegen des ‘Eindringen in fremdes Eigentum’, die andere wegen ‘beabsichtigter Gewaltanwendung’. Die französische Polizei, die vergeblich versucht hatte, unsere Aktion zu verhindern indem sie ungefähr 10 Beamte der politischen Polizei auf unsere Fährte setzte, spielt seitdem völlig verrückt.

 

An besagtem Donnerstag den 23. August, gegen 8.30 Uhr, machten sich 4 Polizisten des 16. Arrondissements auf den langen Weg ins 19. Arrondissement um die Wohnung eines unserer Freunde zu durchsuchen : Er wurde gegen die Wand gestossen, Handschellen wurden angelegt, mit einem Aktenordneer auf den Kopf geschlagen, die Wohnung in einem völligen Durcheinander hinterlassen. Danach haben sie ihn für etwa 10 Stunden auf dem Polizeirevier  festgehalten, bevor sie ihn wieder entlassen haben.

 

Vor was haben die Behörden Angst ? Warum versetzt sie diese Sache so plötzlich in helle Aufregung ? Haben sie Angst davor, dass die Arbeitslosen aus ganz Europa anfangen über die „Affaire Werner Braeuner“ zu diskutieren, vom Arbeitsamt in Hannover bis zum ANPE in Montreuil ? Sind denn die Fragen, die diese Affaire aufwirft, etwa gefährlich ? Denn über das Solidaritätsgefühl hinaus, das alle Arbeitslosen, wenn sie unter sich über diese Affaire diskutieren spontan zum Ausdruck bringen, ist es vor allem die Politik der Zwangsarbeit gegenüber den Arbeitslosen, die hier auf dem Spiel steht. Diese Politik des Kampfes gegen die Arbeitslosen, um sie zu zwingen jedweden Job anzunehmen, egal wie hoch der Lohn ist, egal welche Qualifikation sie besitzen und egal unter welchen Arbeitsbedingungen, existiert in jedem europäischen Land. Der Widerstand gegen diese Offensive betrifft sowohl Arbeitslose als auch ArbeiterInnen. Von diesem Widerstand möchten die Behörden nichts wissen. Durch die Solidaritätsbewegung für Werner Braeuner werden sie nicht das letzte Mal davon gehört haben. 

 

Werner Braeuner hat entschieden, gegen das Urteil des Verdener Gerichts, das ihn, obwohl es anerkannt hat, dass er Klaus Herzberg nicht mit Absicht getötet hat, zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt hat, Berufung einzulegen. Auch der Staatsanwalt selbst hat entschieden, Berufung gegen das Urteil einzulegen, nachdem er die These des absichtlichen Mordes aufrechterhalten und eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren gefordert hat. Wir bewegen uns also auf einen erneuten Prozess zu, der dieses Mal in Meppen stattfinden wird, 15 Kilometer von der holländischen Grenze entfernt. Dieser neue Prozess wird für uns eine Gelegenheit sein, die internationale Solidaritätsbewegung für Werner Braeuner zu verstärcken.

 

Unkontrollierte Elemente